Wochenmärkte / Supermärkte

Trotz der guten Auswahl an Restaurants in der Umgebung ziehen es viele Gäste vor, selber auf der Finca zu kochen, weil man eigentlich kaum irgendwo so schöne Tage und Abende verbringen kann wie auf der sonnigen Terrasse bei herrlichem Panoramablick oder im Winter gemütlich am Kaminfeuer.


Wer die mediterrane Lebensqualität voll auskosten will, sollte den Urlaub nutzen, um auch mal Urlaub vom Standardessen zu machen. Das Angebot auf Mallorca ist vielfältig und hochwertig, besonders dann, wenn man sich zum Einkauf auf die regionalen Märkte begibt. Die Qualität von frischem Obst und Gemüse ist weit besser als in Deutschland. Für den Großeinkauf und die Grundversorgung empfehlen sich die Supermärkte Hiper Centro in Manacor und Eroski in Felanitx und Porto Colom. Alle haben eine gute Auswahl an der Fleisch-, Fisch- und Käsetheke. Hiper Centro hat zudem eine sehr gute Bäckerei mit leckerem Olivenbrot. Eroski in Porto Colom ist auch am Sonntag geöffnet und schließt nur an wenigen Feiertagen. 


Typisch spanisch ist neben Schinken (Serrano von weißen Schweinen, Iberico von schwarzen) auch die Vielfalt an Salamiwurst sowie Ziegenkäse und Schafskäse-Sorten (curado=alt, semi-curado=mittelalt). Bekannt ist der Manchego aus Kastilien, aber auch viele lokale Käsesorten aus Menorca lohnen das Probieren. Speziell beim Fisch sollte man auf die Herkunft achten. Auf Mallorca wird viel Fisch verkauft, der nicht wirklich aus den Netzen der lokalen Fischer stammt. Während vielleicht Atlantikfisch noch vertretbar wäre, sollte man Garnelen aus China meiden. Die Qualität des lokalen Fangs ist weit besser und lohnt den Mehrpreis. Wer sich also an eigenen Tapas-Kreationen versuchen will, wird alle gängigen Zutaten im Supermarkt finden: Datteln im Speckmantel, gebratene Pimientos und Auberginen, Garnelen-Spieße, Oliven mit Käse, gefüllte Paprikaschoten und vieles mehr ist leicht und schnell zubereitet. Rezepte findet man z.B. bei www.tapito.de

 

Viele Bäckereien auf Mallorca bieten inzwischen Vollkornbrot in identischer Form und Qualität an wie wir es aus Deutschland kennen. Man sollte aber unbedingt auch die Olivenbrote und das lokale Graubrot probieren, das als runder Brotlaib in verschiedenen Größen verkauft wird, meist in Scheiben vorgeschnitten. Auch wenn es eventuell nicht so aussieht, so ist es doch ein gesundes Vollkornbrot (Pan integral). Überhaupt sind die Bäckereien ein lohnendes Ziel für lokale Spezialitäten. Die Ensaïmada, ein typisch mallorquinisches süßes Schmalzgepäck, die zahlreichen Varianten von Empanadas, gefüllten Teigtaschen, und natürlich den Mandelkuchen muss man probiert haben. Anders als in Deutschland haben die mallorquinischen Bäcker meist noch eine richtige Backstube, u.a. deshalb, weil die Ensaïmadas unbedingt frisch sein müssen. Eine Touristenattraktion ist die alte Bäckerei Forn de Teatre in Palma, bekannt wegen ihrer traditionellen Ensaïmada. Tatsächlich stehen aber die lokalen Forns, die man fast in jedem Ort findet, dem in Nichts nach.

 

Wer gern einen guten Wein trinkt, sollte die Gelegenheit nutzen, mallorquinische Weine zu probieren. Sie sind in den Weinregalen gelegentlich als „Producto Balears“ ausgewiesen, auch wenn dort die billigen Festlandsweine, die Riojas und Tempranillos, noch dominieren. Mallorca war bis 1900, als die Reblaus auf der Insel einfiel, ein großes Weinanbaugebiet. Die Weinstöcke wurden danach mit Mandel- und Olivenbäumen ersetzt, wie man sie auch heute noch vorfindet. Allerdings haben in den vergangenen 20 Jahren einige sehr ambitionierte Winzer wieder Top-Weine auf Mallorca produziert. Neben den internationalen Rebsorten Merlot, Syrah, Cabernet und Chardonnay werden auch wieder lokale autochthone Rebsorten angebaut, wie Manto Negro und Prensal. Es gibt zwei ausgewiesene Herkunftsregionen: Binissalem und Pla i Llevant. Zu den bekannten großen Weingütern zählen José Ferrer, Pere Seda, Biniagual (Marken Verán und Sant Gall), Ribas (Marken Cabrera, Soma und Sio) und Miquel Gelabert (ausgezeichnete Weißweine). Einige der besten Weine werden aber gerade von kleinen Weingütern produziert. Da lohnt es sich, mal ein Weingut in der Region um Felanitx, Porreres und Manacor zu besuchen. Unsere Nachbarn von Es Fangar produzieren seit einigen Jahren sogar biologisch angebaute Weine.

 

Auf den Wochenmärkten wird man neben Obst und Gemüse auch viele andere Produkte der mallorquinischen Landwirtschaft finden, u.a. zahllose Varianten von Marmelade, Honig, Käse, Wurst und Schinken. Auf den großen Wochenmärkten in Santanyi, Pollenca, Son Servera und Inca auch viel Kunsthandwerk, Lederwaren, Kleidung, Keramik und Gewürze. Auf dem Bauernmarkt in Sineu sogar Hühner, Pferde, Esel, Kühe, Ziegen und Schafe.

An jedem Wochentag ist irgendwo in der Nähe Markttag: Montag in Manacor, Dienstag in Porreres und Portocolom (dort auch Sa/So), Mittwoch in Sineu, Donnerstag in Inca, Freitag in Son Servera, Samstag in Santanyi und Sonntag in Porto Cristo, Felanitx und Pollenca. Auf den großen Märkten sollte man schon morgens um 9h dort sein und die Stimmung bei einem gemütlichen Frühstück im Straßencafé einfangen, bevor das ganze Zentrum ab 10h total überfüllt ist und man keinen Parkplatz mehr bekommt. Wer feilschen will, muss allerdings bis mittags bleiben, erst dann geben die Händler die besten Rabatte, bevor sie ihre Ware wieder einpacken müssen.